Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln

Zahlreiche öffentliche Gebäude im Besitz der Stadt Köln befinden sich seit Jah­ren in einem beklagenswerten baulichen Zustand, Baukosten bei kommunalen Großprojekten laufen regelmäßig aus dem Ruder und offensichtliche Defizite in den Bereichen Planung und Controlling werden nicht systematisch analysiert und angegangen.

Fragt man nach Zuständigkeiten, wird es unübersichtlich. Verantwortung für den Zustand von Museen, Oper, Schauspiel und anderen Kultureinrichtungen trägt das Kulturdezernat. Wiederum anders sieht es bei Bürger- und Jugendzentren aus. Und zuständig für Pflege und Erhalt von Schulen, Kindergärten Verwaltungsge­bäuden und sonstigen städtische Immobilien ist die 1997 gegründete eigenbe­triebsähnliche Gebäudewirtschaft Köln GmbH. Ihr unterstehen die weitaus meis­ten städtischen Immobilien, rund 600.

Kaum eine zweite Einrichtung der Stadt Köln ist derart intransparent wie die Gebäudewirtschaft. Informationen sind nur mühsam zu bekommen. Die internen Kommunikationsstrukturen gleichen der einer obrigkeitsstaatlichen Behörde, die Kontakte zu externen Partnern - wie Architekten - gelten als äußerst problematisch. Fakt ist: Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln steht vor der Notwendigkeit einschneidender struktureller Reformen.

Dies hat „Köln kann auch anders“ in einem Dossier und einer gut besuchten Diskussionsveranstaltung im Domforum deutlich gemacht. Dass daraufhin eine Evaluation der Struktur und Tätigkeit der Gebäudewirtschaft beschlossen wurde, betrachten wir als Erfolg für die Bürger, auch wenn leider nicht, wie gefordert, eine externe Stelle mit der Evaluation betraut wurde. Die Organisationsanalyse finden Sie hier (auf der Seite oben rechts bitte den Link zum Herunterladen klicken: „Bericht_Oktober_2013“).

Eine umfassende kritische Auseinandersetzung mit der Organisationsanalyse und der Gebäudewirtschaft finden Sie hier. Selbst die verwaltungsinterne Beurteilung der Arbeit der Gebäudewirtschaft kommt zu wenig schmeichelhaften Erkenntnissen, nach denen ein verantwortlicher Geschäftsführer normalerweise in die Wüste geschickt würde. Nicht so Engelbert Rummel, der zwar aus seiner Verantwortung für die Gebäudewirtschaft entfernt, aber mit einer hervorragenden dienstlichen Beurteilung belohnt wurde. Diese wiederum diente ihm als Grundlage für den Versuch, sich auf den Chefposten im Amt für Personal, Organisation und Innovation einzuklagen, eine der wichtigsten Dienststellen der Stadtverwaltung.

Abgewendet wurde dies durch seine Ernennung zum Chef des Ordnungsamtes, denn, so eine Pressemeldung der Stadt Köln: „Engelbert Rummel verfügt über große Management- und Projekterfahrung. Er bringt damit die besten Voraussetzungen mit, um die vielfältigen und komplexen Aufgaben dieses Amtes zu bewältigen“.  Dabei hatte ihm „Köln kann auch anders“ über seine Misswirtschaft an der Spitze der Gebäudewirtschaft hinaus schwerwiegendes Versagen beim Schutz des ihm anvertrauten Historischen Archivs und der darin arbeitenden Menschen vorgeworfen. Näheres dazu finden Sie in der Begründung unserer Strafanzeige vom Februar 2014.

Die neue Leiterin der Gebäudewirtschaft Petra Rinnenburger hat bei ihrer Amtsübernahme Besserung gelobt. Ihr sei es wichtig, so erklärte sie der „Kölnischen Rundschau“, die Bedürfnisse der Nutzer der von ihr bewirtschafteten Gebäude genau zu kennen und darauf einzugehen. Ihr größtes Anliegen sei es, „dass sich die Menschen in den Räumen, die wir bereitstellen, wohlfühlen. Das ist keine Frage des Geldes, zeichnet für mich aber stets gute Architektur aus“.

Dass allerdings die erste „große Baustelle“ unter ihrer Verantwortung, der Neubau des Historischen Archivs, bereits zwei Wochen nach Baubeginn erst einmal wegen Schwarzarbeit stillgelegt wurde und drei Wochen nach Baubeginn 14 Millionen Euro teurer werden soll („weil die Rollregale nicht in der Kalkulation enthalten waren“), lässt nicht zwingend darauf schließen, dass sie ein Jahr nach Amtsantritt ihren Betrieb im Griff hätte und nun alles besser würde.

Developer and Programmer: Marc Wolf