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An dieser Stelle finden Sie Berichte und Statements bis Frühjar 2017 zu Themen, die für KÖLN KANN AUCH ANDERS von Interesse sind. Nach angemessener Zeit werden diese Beiträge in die entsprechenden Rubriken unter "Dokumente zu den Themen" verschoben.

"Mehr am Machbaren orientiert"

In einem Interview für die FAZ äußert sich FC-Manager Jörg Schmadtke über den Umgang mit kölscher Selbstüberschätzung. Vielleicht könnte man auch für die allgemeine Entwicklung der Stadt aus der positiven Entwicklung im Kölner Fußball lernen. Schließlich kommt auch der neue Stadtdirektor Stephan Keller, wie Schmadtke, aus Düsseldorf...

Der 1. FC Köln gehört nach dem besten Start seit Jahrzehnten zu den Überfliegern der Bundesliga, aber im Verein dreht niemand mehr durch. Wie kommt das? 

Ich glaube, es war einfach an der Zeit, dass die Leute aufhören, sich durch einen guten Start oder gute Ergebnisse blenden zu lassen. Wahrscheinlich ist ihnen stärker bewusst, wie groß die Unterschiede zwischen den Klubs geworden sind. Es gibt Vereine wie uns, die etwa hundert Millionen Euro umsetzen, und es gibt Vereine, die hundert Millionen Euro in ihr Personal stecken. Beim Kölner schlägt das Pendel der Emotionen etwas stärker aus, in beide Richtungen, aber der Kölner ist ja kein Depp. Die Leute wissen schon, dass erst am 34. Spieltag abgerechnet wird. Aber auch in dieser Saison haben manche Fans schon "Deutscher Meister 1. FC Köln" gerufen. Die Frage ist, wie man solch einen Überschwang bewertet. Ich glaube, da ist, auch aufgrund der fünf Abstiege seit 1998, ein Stück Selbstironie dabei. Und nur zur Einordnung: Wir haben heute einen Punkt mehr als nach dem achten Spieltag der vergangenen Saison.

Auch der Verein wirkt ruhiger, seriöser als früher. Wie haben Sie das erreicht?

Ich stelle nicht gern Vergleiche zu vergangenen Zeiten an. Aber Geschäftsführung, Vorstand und Trainer arbeiten anders als früher, vielleicht mehr am Machbaren orientiert. Wir leben natürlich auch von der Begeisterung der Menschen, die uns gut finden. Die Euphorie ist ein Teil von uns, aber sie beeinflusst nicht unsere Herangehensweise. Die handelnden Personen orientieren sich vermutlich mehr als früher an realistischen Einschätzungen.

Das komplette Interview finden Sie (kostenpflichtig) hier.

„Vandalismus der Verwaltung“

Am Beispiel des durch jahrelange Vernachlässigung beklagenswerten Zustands der Römermauer am Stadtmuseum und des benachbarten "Tongern-Denkmals" beschreibt Barbara Schock-Werner das Köln-typische Rätselraten um die Frage: „Wer ist eigentlich dafür verantwortlich?“ Siehe hier nach der Zwischenüberschrift  „Baudenkmal sträflich vernachlässigt“.  

Aufbruchstimmung in Köln?

„Den Herausforderungen der wachsenden Millionenstadt Köln können wir nur begegnen, wenn wir unsere Prozesse gut organisieren und verantwortlich handeln. Die Aufgaben, die eine Verwaltung heutzutage zu bewältigen hat, sind so vielfältig und verändern sich so schnell, dass wir es uns nicht mehr leisten können, lediglich in den gewohnten Strukturen und Hierarchien zu denken und zu arbeiten.“ 

So heißt es in einem Schreiben von OB Reker an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, in dem sie ihre Ziele erläutert und das wir hier dokumentieren (sehr lesenswert!). Der von ihr als Projektleiter für die Reform der Verwaltung berufene Dr. Rainer Heinz hat sich in einem ausführlichen Interview im Kölner Stadtanzeiger zu den Herausforderungen geäußert, das wir hier dokumentieren: „OB Reker hat die Probleme benannt“.

Rautenstrauch-Joest: schon wieder Baumängel

Erneut das Rautenstrauch-Joest-Museum: wegen Baumängeln bis Ende Juli geschlossen… Einen kurzen Bericht mit Erinnerung an die lange Geschichte der Baumängel finden Sie hier Zur Erinnerung: Verantwortlich für den Bau zeichnete die Gebäudewirtschaft unter ihrem Chef Engelbert Rummel. Demselben Engelbert Rummel, gegen den die Staatsanwaltschaft in Sachen Einsturz des Stadtarchivs ermittelt (Hintergrund siehe hier). Demselben Engelbert Rummel, der in seiner neuen „Verantwortung“ als Chef des Ordnungsamtes versäumte, die Hinweise und Empfehlungen verantwortungsbewusster Mitarbeiter aus seiner eigenen Behörde nach den Erfahrungen der Silvesternacht 2014/15 für die vergangene Silvesternacht zu berücksichtigen (siehe hier).

Vertuschung am Kalkberg

Am Kalkberg geht es immer abenteuerlicher zu: Bei Bohrungen im Kalkberg wurden erhebliche Kontaminationen festgestellt, dem Umweltamt aber der Zugriff auf die Proben verwehrt. Die BI Kalkberg hat nun bei der Staatsanwaltschaft Köln Anzeige wegen des Verdachts auf Unterschlagung und Vernichtung von Beweismitteln sowie Vertuschung gestellt Den Text der Anzeige finden Sie hier. Berichterstattung zu dem Vorgang in der WDR-Lokalzeit siehe hier (verfügbar bis 04.07.)

Gutachten zum Kalkberg

Auf Drängen einiger Politiker wurde das aktuelle, bereits seit dem 19. Juni vorliegende Gutachten zum Kalkberg am Freitag, dem 3. Juni zugänglich gemacht. Das war genau zwei Wochentage vor der Mitteilung der Ergebnisse des Gutachtens im Hauptausschuss am 6. Juni. Der Link auf das Gutachten wurde allerdings bereits wieder entfernt. Wer daraufklickt erfährt: „Es sind keine Dateien (mehr) vorhanden. Vermutlich wurden sie bereits gelöscht." Interessierte finden die reine Textversion des Gutachtens aber hier.

Die Kosten der organisierten Verantwortungslosigkeit

Allein die MEHRkosten für 4 beispielhafte Kölner Planungen, nämlich die Opernbaustelle, den inzwischen mehr als umstrittenen Kalkberg, die Domungebung und den Rheinboulevard belaufen sich auf insgesamt 247 Millionen Euro, Tendenz weiter steigend, während in manchen Schulen die Toiletten verschimmeln.

Wie teuer Mängel bei der Wahrnehmung von Verantwortung werden, kann man übrigens auch hier nachlesen, in der „Kostenaufstellung Großschadensereignis Einsturz Historisches Archiv für den Zeitraum vom 03.03.2009 bis zum 30.04.2016“ (aus dem öffentlichen Teil des Hauptausschusses der Stadt Köln). Warum wir in diesem Zusammenhang von Verantwortungslosigkeit sprechen, erklären wir hier und ausführlicher hier.

Messeskandal wird aufgearbeitet

Gute Nachrichten aus dem Rat. Auf Betreiben der Wählerguppe DEINE FREUNDE wird der Messeskandal aufgearbeitet! Näheres entnehmen Sie bitte diesem Bericht . FREUNDE-Ratsmitglied Thor Zimmermann dazu: Wir sind hocherfreut, dass unser Anliegen die breitestmögliche Zustimmung fand. Wir sehen darin ein positives Signal in Richtung eines tatsächlichen Stilwechsel in der Kölner Politik. Als Ergebnis einer Aufarbeitung erhoffen wir uns die Vorgänge rund um den Messeskandal verstehen zu können, um derartige Fehler in der Zukunft zu vermeiden, und so Schaden von der Stadt Köln abwenden zu können.“ 

Guido und die Feuerwehr

Die Unverfrorenheit, mit der Stadtdirektor Guido Kahlen entgegen der geltenden Beschlusslage den Weiterbau des inzwischen 16 Mio. Euro teuren Hubschrauberlandeplatzes (geplant: 5 Mio.) vorantreibt, spottet jeder Beschreibung. Bitte machen Sie sich die Mühe und lesen Sie dazu die ebenso ausführlichen wie unglaublichen Hintergrundinformationen von Boris Sieverts hier. Inzwischen hat das Büro von Frau Reker reagiert, worauf die BI Kalkberg die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Herrn Kahlen gefordert hat. Die Begründung finden Sie hier.

Grüngürtel als Salami freigegeben?

Mit großer Heimlichkeit hat die Verwaltung Pläne zur Bebauung innerhalb der historischen Park- und Gartenlandschaft Innerer Grüngürtel zwischen Agnesviertel und Nippes betrieben. Dagegen wendet sich, wie heute auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben, die neu gegründete Bürgerinitiative GRÜNE LUNGE KÖLN. Sie findet Unterstützung durch den Nippeser Bezirksbürgermeister Bernd Schoßler (SPD). Mehr dazu hier

Seit längerem schon stoßen die Pläne des 1. FC Köln zur Bebauung von Teilen des „Äußeren Grüngürtels“ auf Skepsis und haben eine heftige Diskussion ausgelöst. Die Stellungnahme des RVDL (Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz) zu dieser Frage finden Sie hier , die des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland hier und die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage des ehemaligen Stadtkonservators Dr. Krings hier.

Die Frage drängt sich auf: droht hier die Gefahr, dass dem Grüngürtel mit der sprichwörtlichen Salamitaktik zu Leibe gerückt wird?

Developer and Programmer: Marc Wolf